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Oberstufe

 

In einem Bericht über ein Gymnasium in Bayern, das neue Wege in der Unterrichtspraxis geht, sagte der Schulleiter: „Es kann doch nicht sein, dass die Schüler nach dem Abitur das vermeintlich Gelernte so schnell wieder vergessen haben!“ Und er merkte zu Recht an, dass etwas falsch läuft an deutschen Schulen, wenn die ganzen Mühen der Lehrer und Schüler eigentlich umsonst sind.

Die Schlagworte „Nachhaltigkeit“, „Lernen in Projekten“ und „outdoor learning“ fielen in diesem Zusammenhang immer wieder. Und er beschrieb anschaulich, dass die Lehrer seiner Schule den traditionellen Unterricht zu Gunsten eines projektorientierten und praktischen Unterrichts, der häufig außerhalb der Schule stattfindet, abgeschafft haben. Das trifft den Nerv der Schüler, wenn sonst langweilige Unterrichtsinhalte in den Praxiszusammenhang gestellt werden, und sie  sich selbst und ihre Interessen einbringen können.

Was bedeutet das für unser Thema Familienforschung? Auch hier könnten im Rahmen eines Projektes im Fach Geschichte nahe an der Persönlichkeit jedes einzelnen Schülers mit viel praktischen Anteilen gelernt werden. Generell muss man in dem Zusammenhang aber fragen, ob so ein Unterricht nur an Schulen mit einem besonderen Profil durchzusetzten ist, und ob die Lehrpläne und der Leistungsdruck in der Oberstufe überhaupt Raum lassen, den Geschichtsunterricht mit der Genealogie in dieser Form zu kombinieren. Hier wären Einschätzungen und Erfahrungsberichte von Schülern, Eltern und Lehrenden hilfreich.

Nicht nur in der Grundschule, auch an weiterführenden Schulen können Eltern und Familienforscher anbieten, ihr reichhaltiges Fachwissen einzubringen um gemeinsam mit der Lehrkraft eine Unterrichtseinheit im Rahmen des Geschichtsunterrichts zum Thema „Familienforschung“ zu planen und durchzuführen. Ganztagsschulen haben Angebote am Nachmittag, eine weitere ideale Möglichkeit, Projekte und Arbeitsgemeinschaften durchzuführen und auf diesem Wege die Genealogie an Jugendliche heranzutragen!


 

Genealogie für Schülerinnen und Schüler

  • Theorie zur Genealogie und ihren Hilfswissenschaften
  • Aufbau von Ahnentafeln und Stammbäumen mit Beispielen
  • Verwendung der Kekule – Nummern
  • Kennenlernen einiger Beispiele von Orts- und Familienchroniken
  • Archiv-, Museums- und Bibliotheksbesuche
  • Nutzung von einschlägiger Fachliteratur und Zeitungen
  • Quellen zur Familiengeschichtsforschung, wie Kirchenbücher, Ahnenpässe, Familienstammbücher, „Arische Nachweise“, Standesamtsunterlagen, Adress- und Telefonbücher, Ortsfamilienbücher, Seelenlisten  …
  • Internetrecherche
  • Kartografie im Kontext der Orts- und Familiengeschichte
  • Kennenlernen verschiedener Dokumentationsverfahren, wie Sammlungen,  Datenblätter, PC- Programme…
  • Präsentation der Lernergebnisse vor Publikum (Monatsfeier, Ausstellung…)
  • Erlernen einer alten Schrift und Lesen entsprechender Texte
  • Entwicklung und Durchführung einer Inszenierung
  • Erstellung einer Weltkarte mit Markierungen der Schülerherkunft
  • Recherche über berühmte Persönlichkeiten die auf der Schule Schüler waren
  • Herstellung eines Videos oder Films
  • Teilnahme an einem Wettbewerb z.B. am ZDF History-Award
  • Durchführen eines Ausflugs/ Klassenfahrt mit entsprechendem Hintergrund

 

Praxisbeispiel: Erarbeitung einer Biographie / Familiengeschichte

 

Im Bereich der Oberstufe kann das Thema Genealogie sehr gut mit der Erarbeitung einer Biographie / Familiengeschichte verbunden werden. Die Schüler werden im Rahmen einer Projektarbeit aufgefordert in Grundform einer Diplomarbeit eine Familiengeschichte zu erarbeiten.

Neben dem Bereich der eigenen Recherche in der Familie und den damit verbunden Kontakt zur Genealogie und eigenen Familiengeschichte, werden die Schüler herangeführt zu erlernen wie z.B.: Quellen korrekt zitiert, wissenschaftliche Methoden angewendet werden und eine Arbeit eigenständig erarbeitet wird.

Grundlage bilden die Hinweise zum Schreiben einer Seminararbeit vom Niedersächsischen Kultusministerium

Verfassen des Textes

  • Keine überflüssigen Füllwörter, Floskeln oder Wiederholungen!
  • Keinen komplizierten Satzbau oder Schachtelsätze schreiben!
  • Sachliche, komprimierte und gut verständliche Sätze schreiben!
  • Persönliche Erlebnisse oder Zitate der betreffenden Person – falls vorhanden – einfügen, evtl. auch prägnante Aussagen von den Angehörigen

Quellenangaben

  • Alle Aussagen mit genauen Quellenangaben belegen! Auch Interviewpartner mit Tag des Gespräches (Wer, Wo, Wann Was angeben!
  • Quellenangaben im Text, z. B. bei Zitaten mit laufender Hochzahl (Fußnote) am Ende des Dokumentes (nicht am Ende der Seite!!) angeben.

Abbildungen

  • Dokumente, Fotos, Graphiken, Zeichnungen u.a. einfügen

Übersichtliche Gliederung

  • Zwischenüberschriften für gliedern den Text inhaltlich, erhöhen den Leseanreiz und die Verständlichkeit.

Schrifttyp

  • Arial
  • Ausnahme: Hervorhebung von besonderen Textarten wie Briefen oder Interviews.
  • Kursiv ist z. B. bei wörtlicher Rede oder Interviews geeignet.

Punktgröße u.a.

  • Laufender Text in Schriftgröße 12 ,
  • Zwischenüberschriften in Größe 14 und fett drucken
  • Bildunterschriften (11 ) oder Quellenangaben (11-oder 10) kleiner gestalten

2. Aufgabe: Beschreibe deine Recherchen!
z.B.: Mit welchem Archivar hast du wann telefoniert? Gesprächsnotizen, Welches Archiv, welche Bibliothek hast du aufgesucht? Recherchenbuch anlegen!

Original Texte: Ilse Zelle, Bremen

 

Die oben gezeigten Beispiele wurden bereits erfolgreich umgesetzt. Einen Bericht dazu finden Sie hier: http://familienforscher.info/rueckblick/mit-internet-und-koepfchen-an-die-familienforschung/